atNorth und Calentix planen Rechenzentrumswärme für Långsele

Der Rechenzentrumsbetreiber atNorth und der schwedische Wärmerückgewinnungsentwickler Calentix haben eine Projektentwicklungsvereinbarung für den Campus SWE04 unterzeichnet, den atNorth in Långsele in der Gemeinde Sollefteå baut. Ziel ist es, die überschüssige Wärme aus der Rechenzentrumskühlung in das Fernwärmenetz von Långsele einzuspeisen; in einer möglichen zweiten Phase käme das größere Netz in Sollefteå hinzu. Beide Netze betreibt der Versorger Adven, wie die beiden Unternehmen am 4. November schrieben.

Ein unabhängiger Wärmeerzeuger dazwischen

Interessant ist die Rollenverteilung. atNorth stellt die Abwärme bereit und übernimmt die Einbindung am Standort sowie die Schnittstellen der Infrastruktur. Calentix führt die technische, kaufmännische und finanzielle Entwicklung und würde die Rückgewinnungsanlage als unabhängiger Wärmeerzeuger finanzieren, bauen und betreiben - zwischen Rechenzentrum und Wärmeversorger.

Eine gemeinsame Machbarkeitsstudie hat ergeben, dass die Wärmerückgewinnung technisch machbar ist und vor Ort Interesse besteht. Jetzt geht es um technische Auslegung, Standortplanung, kaufmännische Grundsätze und die Verträge zwischen den Beteiligten. Gebaut ist noch nichts; Calentix führt das Projekt im Stadium kommerzieller Verhandlungen.

atNorth liefert bereits Rechenzentrumswärme an die Fernwärme in Stockholm und über eine Partnerschaft mit Vestforbrænding an Haushalte in Dänemark. In Finnland heizt die zurückgewonnene Wärme einen benachbarten Supermarkt.

Zwei Systeme, die nicht gleich laufen

Die Unternehmen sagen es deutlich: Ein Rechenzentrum und ein Fernwärmenetz sind zwei sehr unterschiedliche Systeme, und die Wärme muss in Temperatur und Eigenschaften passend gemacht werden, bevor das Netz sie aufnehmen kann. In der Praxis sitzt genau an dieser Schnittstelle die hydraulische Trennung - meist ein Plattenwärmeübertrager, oft gefolgt von einer Wärmepumpe, die die Temperatur anhebt. Der Kreislauf des Rechenzentrums behält seine eigene Wasserqualität und seinen Druck, das Netz ebenso.

Ein Punkt, den man bei solchen Projekten früh klären sollte: Wem gehört der Übertrager an der Grenze, wer wartet ihn und wer darf ihn öffnen? Wenn Wärmeerzeuger, Rechenzentrum und Versorger drei verschiedene Firmen sind, gehört diese Linie aufs Papier, bevor die erste Zeichnung herausgeht.

Quellen: atNorth, Calentix

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